Museumsmeile und mehr...
große, heiße Jahresexkursion nach Bonn
Samstag, 20. 6. 2026, 9:45 Uhr ab Bezirkssportanlage Marl-Sinsen mit dem Bus
- Führungen in der Bundeskunsthalle und im Kunstmuseum Bonn
- eigenständige Erkundung weiterer Ausstellungen in der Bundeskunsthalle und im Kunstmuseum Bonn sowie im Haus der Geschichte und/oder Museum Koenig Bonn
- Transfer in die Bonner Innenstadt mit dem Bus oder zu Fuß
- Erkundung der Altstadt
- Einkehr: 18:00 Uhr im STIEFEL, Bonngasse 30
Kosten: 60 EUR für Busfahrt, Eintritte und Führungen
Als Höhepunkt der diesjährigen Exkursionsreihe machte sinsener art. eine ganztägige Busexkursion nach Bonn, am zweitlängsten, heißesten Tag des Jahres mit dem umfassendsten Programm das wir je hatten:
Das 1992 in der Museumsmeile neu eröffnete Kunstmuseum Bonn zählt deutschlandweit zu den wichtigen Museumsbauten der letzten Jahrzehnte. Der Architekt, Axel Schultes, hat auch
das Berliner Bundeskanzleramt entworfen. Zu den Ausstellungen führt ein imposantes Treppenhaus, eine Sanduhr symbolisierend – im unteren Teil das schon Vergangene, oben die Gegenwart. Im
Mittelpunkt des Hauses steht die eigene, umfassende Sammlung mit rund 9.000 Werken August Mackes und weiterer Künstler des Rheinischen Expressionismus sowie die bedeutende Sammlung zur Kunst in
Deutschland nach 1945.
„Menschen und Geschichten“ ist die Ausstellung vieler Zeichnungen und Gemälde betitelt, durch die wir geführt wurden. Großer Wert wird hier auf ausführlich dokumentierte Provenienzforschung
gelegt.
Außerdem gab es beeindruckende Fotografien des Künstlers Thomas Demand, künstlerische Positionen zum Thema Empathie, „Animal Spirits“ von Hito Steyerl und etliche weitere, überraschende Werke zu
entdecken.
Die Bundeskunsthalle gleich nebenan wurde ebenfalls 1992 eröffnet, nach der Grundsteinlegung am 17.10.1989 durch Kanzler Kohl, gerade noch vor der Abstimmung über den Ort der
künftigen Bundeshauptstadt. Eine eigene Sammlung besitzt dieses Haus nicht, es wurde geschaffen für Veranstaltungen sowie Wechselausstellungen von Kunst aller Epochen, zu kulturhistorischen
Themen und Archäologie, auch zu anderen Wissensgebieten wie Technik oder Ökologie. Ziel ist es, den Blick nicht nur auf die westliche Kultur zu richten, sondern eine globale Perspektive
aufzuzeigen.
„Amazonia“, durch diese aktuelle Ausstellung zur Lebenswelt der indigenen Völker des Amazonas-Gebietes ging die zweite Führung. Darstellungen von Tänzen, Ritualen, Körperbemalung, Drogen und
heutige Werke indigener KünsterInnen regten zum Nachdenken an, wie auch die Erkenntnis Jahrtausende alter menschlicher Eingriffe in die Natur, die erst durch moderne Laser-Scans ermöglicht
wird.
Die Ausstellung im Obergeschoss, „Sex Work“, eine Kulturgeschichte der Sexarbeit von der Antike bis heute, schockierend, informierend, neue Perspektiven vermittelnd: Alleine diese umfassende Ausstellung wäre einen ganztägigen Besuch wert!
Aufgrund der Außentemperaturen hat es niemand mehr auf’s Dach der Bundeskunsthalle geschafft, wo eine Reihe von Kunstwerken zur Interaktion, zum Spiel einladen. So nutzte auch niemand die Bonner Rutschbahn für den schnellen Abstieg. Man müsste wiederkommen. Immerhin gelang es einigen ExpertInnen, dem Protosaurier im klimatisierten Foyer melodische Töne zu entlocken, siehe Foto.
Ganz Eifrige schafften noch ein drittes Museum, das 1994 eröffnete Bonner Haus der Geschichte. Mit seiner neu arrangierten aktuellen Dauerausstellung hat es sich ein Stück weit neu erfunden. Vor allem der jüngeren deutschen Geschichte wird jetzt mehr Platz eingeräumt - interaktiv und nah an den Menschen.
Die im Programm eigentlich noch vorgesehene Erkundung der Altstadt beschränkte sich auf klimatisierte Läden, etwa die große Thalia-Filiale in einem ehemaligen Kino.
Zum kulinarischen Abschluss wurde im STIEFEL, einem Stammgasthaus von Beethoven, Rheinisches aufgetischt – nicht Expressionismus, sondern Sauerbraten vom Pferd, Kartoffelsuppe, Schnitzelvarianten und entsprechende Getränke. Eisbein bestellten versehentlich wohl nur Japaner.
Insgesamt ein proppevoller, heißer Tag, dessen Programmpunkte locker für drei Tage gereicht hätte. Wer weiß, im nächsten Jahr ….
Kulturverein sinsener art.
Vorsitzende: Helga Harder-Kühne
Mail an die Vorsitzende:
[email protected]
Kassenwart: Andreas Hellmons
