Eine Sonderausstellung im LWL-Museum
für Archäologie und Kultur, Herne
Keine zwanzig Kilometer von Marl entfernt und längst nicht allen bekannt: das Herner Museum für Archäologie und Kultur. Um hinein zu gelangen, begibt man sich passend zum Thema tief unter die Erde. Ein 200 Meter langer Steg führt die BesucherInnen durch eine künstliche Grabungslandschaft. Auf spannende Weise werden dabei Grabungprozesse und -ergebnisse anschaulich gemacht, überwiegend aus Westfalen. 250.000 Jahre alte Steine und Knochen aus der Balver Höhle, vom Homo Heidelbergensis und von Neandertalern bis hin in die Neuzeit. Auf jeden Fall kommen Fans von True Crime auf ihre Kosten; Archäologie arbeitet mit ähnlichen Methoden.
Und was hat das Thema der Sonderausstellung „Mahlzeit“ damit zu tun? Mahlzeiten, Essen – das heißt Gemeinschaft, schon seit es Menschen gibt. Es geht um die Kraft des gemeinsamen Essens und Trinkens, um Rituale, Regeln, Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die seit Jahrtausenden am Tisch entstehen und die uns bis heute prägen.
Gemeinsames Essen ist weit mehr als nur Nahrungsaufnahme. Ob beim königlichen Bankett, der einfachen Bauernmahlzeit, dem familiären Abendessen oder der gemeinsamen Mittagspause – überall offenbaren sich spannende Fragen: Wer sitzt wo? Wer bekommt das beste Stück? Welche Rituale bestimmen das gemeinsame Mahl? Und was verrät das alles über Macht, Zugehörigkeit, gesellschaftlichen Wandel und vor allem Kultur?
Diesen kulturhistorischen Fragen geht die Ausstellung nach. „Von opulenten Festtafeln und rituellen Speisungen bis hin zu den Herausforderungen unserer Zeit wird gezeigt, wie Essen seit Jahrtausenden als sozialer Klebstoff wirkt.“ So heißt es auf der Internetseite des Museums. Ob das heute angesichts von Fastfood, immer selteneren gemeinsamen Mahlzeiten und digitaler Ablenkung noch immer so ist?
Nach Themen geordnet zieht sich eine lange Tafel durch die interaktiv gestaltete Ausstellung - mal als Tisch, mal als Tresen, mal als Ort für eine Teezeremonie. Vom männlich dominierten Symposium der alten Griechen über das Triklinium der Römer bis hin zum Kaffeeklatsch heutiger Damen. Ein besonderes Exponat der Ausstellung: Der 300.000 Jahre alte Faustkeil aus Bad Salzuflen, Vorläufer eines heutigen Multitools, der älteste Fund aus Westfalen überhaupt. Oder die Terrine für Wildgerichte in Gestalt eines hilfesuchenden Eberkopfes aus der Mitte des 18. Jahrhundert. Man staunt.
Nach so viel Esskultur fehlte nur noch ein richtiges Essen. Und so ging es zum kulinarischen Ausklang in ein benachbartes Restaurant, wo alle Hungrigen neue Kraft bei der gemeinsamen Mahlzeit schöpfen konnten.
Donnerstag, 19. Februar 2026 14:30 Uhr ab Parkplatz des TuS05 in Fahrgemeinschaften
Beginn der Veranstaltung, Führung: 16:00 Uhr LWL-Museum, 44623 Herne, Europaplatz 1
Einkehr: 18:00 Uhr bei Zille
Kosten: 15 EUR für Eintritte und Führung
Kulturverein sinsener art.
Vorsitzende: Helga Harder-Kühne
Mail an die Vorsitzende:
[email protected]
Kassenwart: Andreas Hellmons
