das soll Kunst sein?

rolf glasmeiers kunst macht spass!

Donnerstag, 22. Januar 2026, 15:00 Uhr ab Parkplatz des TuS05 an der Schulstraße für Fahrgemeinschaften

Führung: 16:30 Uhr Kunstmuseum Gelsenkirchen

Einkehr: 18:00 Uhr Museumscafé Pirandello

Kosten: 5 EUR für Eintritt und Führung

 

„Das soll Kunst sein?“ so empörte sich noch in den sechziger Jahren die Öffentlichkeit über die Werke von Rolf Glasmeier, heute der berühmteste Künstler der Stadt.

Anlässlich des achtzigjährigen Geburtstags des bereits 2003 mit 58 Jahren verstorbenen Multimedia-Künstlers zeigt das Gelsenkirchener Kunstmuseum eine Retrospektive seiner Werke. Eine wunderbare Wiederentdeckung unter der passenden Überschrift „Frieden im Kopf“ – so lautete 1984 anlässlich der damaligen Ostermärsche eine Plakataktion Glasmeiers für die Friedens- und Umweltbewegung.

 

Ausgehend von grafischen Arbeiten, etwa buchstabenähnlichen Zeilenbildern, schuf Glasmeier seit Ende der 1960er Jahre eine Vielzahl sogenannter Kaufhaus-Objekte, eine humorvolle Auseinandersetzung mit Massenkonsum. Dazu arrangierte er ganz alltägliche Materialien aus dem Kaufhaus zu interaktiven Plastiken: Kleiderbügelhalter, Milchdeckel, Gardinenringe (Riloga), Toilettenpapierhalter, Kugellager, Fenstergriffe oder Rohrverschlüsse. Berühren und Verändern ist erwünscht und macht Spaß!

 

Später wandte er sich anderen Materialien und Themen wie Recycling zu. Es entstanden säuberlich in Kästen angeordnete Collagen aus den Resten der Konsumgesellschaft, aus Bonbonpapier, einem toten Frosch, Orangennetzen, Eierkartons oder Melonenkernen. Hatten anfangs serielle Strukturen im Mittelpunkt gestanden, wurde nun der Zufall zum gestalterischen Prinzip.

Eine ganz überraschende Wirkung entfalten ganz andere Objekte aus archaischen Materialien wie Jute, Holz, Stroh wie die seltsamen Worpsweder Kreuze.

 

Das Gelsenkirchener Kunstmuseum ist eins der 21 RuhrKunstMuseen (RKM). Seit den 1950er Jahren ist es in der historischen Villa Pöppinghaus in Buer beheimatet, erhielt 1984 einen modernen Neubau. Ihn erreicht man über eine gläserne Brücke. Neben Malerei, Plastik und Grafik des Impressionismus und der klassischen Moderne beherbergt das Museum die größte Sammlung kinetischer Kunst in Deutschland, vielleicht sogar Europa. Wir kamen noch in den Genuss eines kleinen Teils davon. Die Führung endete mit einem durchdringenden Gongschlag, dessen Schallwellen körperlich erfahrbar waren. Auch eine Art von Kinetik.
Das Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert, der Eintritt ist frei, und es liegt von Marl aus eben um die Ecke.

 

Direkt nebenan erfolgte der kulinarische Abschluss beim Italiener – zu aller Zufriedenheit, obgleich es mangels Personal quasi ein Zwei-Personen-Betrieb war! Auch ein Grund wiederzukommen.

 

Wem die Fotos nicht ausreichen, dem kann geholfen werden: mit einem sehr guten filmischen, vierminütigen Einblick bei Westart .



Copyright: Kunstmuseum Gelsenkirchen
Copyright: Kunstmuseum Gelsenkirchen